Wie die meisten Lebewesen auch braucht der menschliche Organismus Erholungspausen. Nur ausreichender Schlaf gewährleistet, dass der Körper anschließend wieder die volle Kraft zur Verfügung hat. Doch eben dieser Schlaf kann tödlich enden, wenn er zur falschen Zeit am falschen Ort eintritt. Die Rede ist vom Sekundenschlaf im Straßenverkehr. Experten zufolge wird etwa jeder vierte Verkehrsunfall auf der Autobahn, der tödlich endet, durch kurzes Einschlafen hinterm Steuer verursacht.

Sie dauern nur wenige Sekunden, können aber verheerende Folgen haben

Als Sekundenschlaf bezeichnet man eine kurzfristige Schlafpause von einer Dauer von 0,5 bis 30 Sekunden. Anders als weitläufig angenommen ist der Mikroschlaf auch bei geöffneten Augen möglich. Somit kommt es nicht darauf an, mit geschlossenen Augen einzuschlafen, sondern – möglicherweise trotz geöffneter Augen – die bewusste Wahrnehmung der Umwelt ermüdungsbedingt zu verlieren. Die Ursachen des Sekundenschlafes müssen nicht immer Übermüdung sein, auch wenn Übermüdung die am häufigsten vorkommende ist. Gerade modernere Fahrzeuge verfügen über hervorragend gepolsterte Sitze.

Sitzt man bequem, signalisieren bestimmte Sensoren längst der Wirbelsäule dem Gehirn einen Ruhezustand mit der Folge, dass das Gehirn den Weckzustand nicht weiter aufrechterhält. Die Tatsache, dass die meisten Verkehrsunfälle infolge des kurzen Einschlafens auf der Autobahn eintreten, offenbart eine weitere Ursache des Mikroschlafes. Wird das Gehirn mit monotoner Arbeit unterfordert, schaltet es ebenfalls den Weckzustand aus. In den meisten Fällen ist es oftmals die Kombination aus Übermüdung und weiterer Faktoren, die letztlich dazu führen, für eine kurze, aber gefährliche Zeit hinter dem Steuer einzuschlafen.

Kurz vor dem Sekundenschlaf

© lassedesignen – Fotolia.com

Wer erschöpft ist, braucht Schlaf – sonst nichts

Vor dem Hintergrund, dass nahezu immer Übermüdungserscheinungen eine wesentliche Rolle bei Sekundenschläfen spielen, kann die beste Vorbeugung nur sein, sich ausgeruht hinterm Steuer zu setzen. So wünschenswert dieser Idealzustand auch ist, wird er nicht immer zu erreichen sein. Daher stellt sich die Frage, wie man den gefährlichen Sekundenschlaf hinterm Steuer auch dann verhindern kann, wenn man nicht gänzlich ausgeruht Auto fährt. Verkehrsexperten raten dazu, bei längeren Fahrten regelmäßige Pausen einzulegen. Das unterstützt nicht nur den Blutfluss im Körper.

Das kurze Austreten der Füße an der frischen Luft und neuer Umgebung hilft dem Gehirn, wieder wach zu werden. Diverse Versuchsstudien konnten ferner nachweisen, dass Koffein einer schnellen Ermüdung entgegenwirkt. Was definitiv nicht hilft, ist, während der Fahrt einfach nur die Musik hochzudrehen. Dies hilft nicht nur, sondern lenkt vom Fahrgeschehen ab, was die Gefahr eines möglichen Unfalles erhöht, statt es zu reduzieren. Dasselbe gilt auch für andere Ablenkungen während der Fahrt, wie die Nutzung des Smartphones.

No votes yet.
Please wait...