Mit der letzten Novelle zur Straßenverkehrsordnung wurde in Österreich ein neues Verkehrszeichen „Achtung Geisterfahrer“ eingeführt. Das neue Verkehrsschild stellt einen österreichischen Alleingang dar.

Das Problem ist gravierend: Autofahrer wurden bislang nur über den Verkehrsfunk vor Geisterfahrern gewarnt. Darüber hinaus gab es die Möglichkeit, Warnhinweise auf Wechselverkehrszeichenanlagen einzublenden, allerdings nur in Textform. Wer das Autoradio nicht eingeschaltet hat oder den angezeigten Text nicht versteht, kann vor der akuten Gefahr nicht gewarnt werden.

Nur bei Überkopfanzeigen einsetzbar

Falschfahrer

Falschfahrer

Das neue Verkehrszeichen warnt davor, dass auf der Richtungsfahrbahn einer Autobahn ein Geisterfahrer entgegen der Fahrtrichtung fährt. Es ist als Warndreieck gestaltet, in dem ein roter Wagen zwei schwarzen Pkw entgegenkommt und soll so plakativ vor Geisterfahrern warnen.
Das neue Verkehrszeichen wird bei neu errichteten Überkopfanzeigen in die elektronische Anzeigevorrichtung integriert und kann aktiviert werden, wenn ein Geisterfahrer in dem betreffenden Streckenabschnitt gegen die Fahrtrichtung unterwegs ist. Das bedeutet natürlich, dass es nur an Autobahn- und Schnellstraßenabschnitten eingesetzt werden kann, die über eine solche Überkopfanzeige verfügen. Erst mit dem flächendeckenden Ausbau mit solchen Wechselverkehrszeichenanlagen werden die technischen Voraussetzungen geschaffen, um in ganz Österreich plakativ vor Geisterfahrern zu warnen, unabhängig von Sprachkenntnissen und Radioempfang.
Entstanden ist das neue Verkehrszeichen aus einem Ideenwettbewerb, den 2006 der damalige Verkehrsminister Hubert Gorbach angeregt hat und an dem sich rund 1.300 Personen beteiligten. Die beste Idee wurde von einer Jury ausgewählt und dann auch umgesetzt.

Nicht unumstritten

Kritiker wenden ein, dass das neue Verkehrsschild international unbekannt ist und in Deutschland und in der Schweiz als Verkehrszeichen für „Rettungsgasse bilden“ missverstanden werden könnte.
Befürworter halten entgegen, dass es immer mehr Geisterfahrer gibt und dass mit dem neuen Verkehrszeichen eine zusätzliche plakative Warnung vor Geisterfahrern – selbst erklärend und unabhängig von Sprachkenntnissen – möglich wird. Sie sehen darin eine Steigerung der Verkehrssicherheit. Immerhin tragen beispielsweise Schilder von Seton auf Privatgrundstücken zur Verkehrssicherheit bei, die oft gar nicht so selbsterklärend sind oder die deutsche Sprache voraussetzen.

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