Die Anzahl der Verkehrsunfälle in Deutschland nimmt stetig zu. Ein wesentliches Element in dieser Statistik nehmen dabei Wildunfälle ein. Durchschnittlich kommt es jährlich 230.000 Mal zu einem solchen Geschehen. Und diese Zahl bezieht sich lediglich auf die offiziell gemeldeten Vorfälle, die nach Angabe des Statistischen Bundesamtes nur zwei Prozent der tatsächlichen Ereignisse dieser Art ausmacht. Betroffen ist dabei jedoch nicht nur Haarwild – auch Vögel sterben regelmäßig bei Unfällen auf Österreichs Straßen. Die wenigsten Autofahrer wissen, wie sie einer Begegnung mit Wild vorbeugen können und wie sie sich im Ernstfall verhalten müssen.

Prävention durch erhöhte Aufmerksamkeit

Reh auf der Straße

Reh auf der Straße (© lassedesignen – Fotolia.com)

Unfälle, die durch wilde Tiere entstehen, geschehen in vielen Fällen nachts. Insbesondere auf abgelegenen Straßen, die zudem noch durch bewaldete Gegenden führen, sollte das Tempo stark gedrosselt und der Straßenrand im Auge behalten werden. Dies gilt keineswegs ausschließlich für Gebiete, die mit dem Warnzeichen für Wildwechsel ausgestattet sind, denn Wild legt oft weite Strecken zurück und kann unvermittelt auch dort auftauchen, wo man es am wenigsten vermutet. Erscheint plötzlich ein Tier auf der Straße, so sollte sofort das Fernlicht ausgeschaltet werden, da insbesondere Rehe die Eigenart haben, mitten im Lichtkegel stehenzubleiben. Ausweichversuche sind in den meisten Fällen zwecklos und führen womöglich zu wesentlich folgenschwereren Unfällen. Dabei ist es wichtig zu wissen, dass Unfälle, die aufgrund solcher meist aussichtsloser Manöver entstehen, von der Versicherung nicht als Wildunfall anerkannt werden. Die Stotterbremse ist ein geeigneteres Mittel, um den Schaden möglichst gering zu halten.

Nach dem Unfall

Wildunfälle erfordern die sofortige Verständigung der Polizei. Dabei ist es von unerheblicher Bedeutung, ob das Tier dabei ums Leben kam oder verletzt geflüchtet ist. Die Polizei stellt eine Wildunfallbescheinigung aus, die bei der zuständigen Versicherung einzureichen ist. Die Unfallstelle ist abzusichern und die Warnblinkanlage einzuschalten sowie das Warndreieck aufzustellen.
Die Gefahr lauert überall

Durch die fortschreitende Industrialisierung dringen Wildtiere durch die ständige Einschränkung ihres Lebensraumes immer weiter in Stadtnähe vor. Wildunfälle sind daher faktisch überall möglich, und Schutzmaßnahmen wie Absperrungen und Hinweisschilder basieren lediglich auf vergangenen Ereignissen, die bald schon überholt sein können. Die beste Vorsichtsmaßnahme ist daher wie so häufig eine aufmerksame Fahrweise. Wer konzentriert fährt, hat eine gute Chance, auch in Extremsituationen einen kühlen Kopf zu bewahren und das Schlimmste zu verhindern. Es sollte immer daran gedacht werden, dass der Mensch für die Unfallverhütung zuständig ist, denn wilde Tiere sind und bleiben unberechenbar.

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