Laut Reifenherstellern passieren 30 Prozent aller Autounfälle bei Regen. Neben allgemeiner Glätte und schlechter Sicht ist Aquaplaning ein gefürchtetes Phänomen auf den Straßen.

Aquaplaning auch „Wasserglätte“ genannt, ähnelt die Situation tatsächlich der Eisglätte. Bei nasser Fahrbahn bildet sich vor dem rollenden Reifen ein Wasserkeil, der sich immer weiter unter den Reifen schiebt. Schließlich schwimmt dieser ganz auf und der Kontakt zum Untergrund reißt ab. Das Fahrzeug gleitet und reagiert weder auf Brems- noch auf Lenkversuche.

Wann wird es gefährlich?

Als Faustregel gilt zwar, dass Aquaplaning ab 80 km/h auftritt. Die Einflussfaktoren sind jedoch so vielfältig, dass der Fahrer weit vorsichtiger sein sollte.

Der wichtigste Punkt ist die Wassermenge. Sie hängt von der Regenstärke ab, aber auch davon, wie schnell das Wasser von der Fahrbahn abläuft. Ist die Straße gerade oder gewölbt, hat sie Spurrinnen, ist der Belag glatt oder rau – das alles kann der Fahrer nur schwer einschätzen.

Weiterhin spielt die Qualität des Reifens eine Rolle. Die Profile sind heutzutage so gestaltet, dass Wassermengen von 20 Litern und mehr pro Sekunde verdrängt werden können. Der negative Anteil des Profils muss laut Gesetz 17 Prozent betragen; meist ist es zwar mehr, aber das kann nur helfen, wenn der Reifen nicht zu weit abgefahren ist. Die Profiltiefe sollte eigentlich nicht unter 3 mm liegen. Auch schlechte Stoßdämpfer können die Aquaplaning-Gefahr erhöhen.

Sicherheitstraining bei Aquaplaning

© Horst Schmidt – Fotolia.com

Erkennen und Handeln

Bei nasser Fahrbahn kann man darauf achten, ob die vorausfahrenden Autos noch sichtbare Spuren hinterlassen. Das eigene Fahrzeug genau beobachten: Ändert sich das Fahrgeräusch? Lässt sich das Lenkrad plötzlich leichter drehen? Heult der Motor auf, weil sich die Drehzahl wegen des wegfallenden Widerstandes erhöht?

Jetzt darf man auf keinen Fall bremsen oder heftig lenken. Das Rad, das momentan keinen Kontakt zur Fahrbahn hat, würde blockieren oder schräg stehen, und sobald der Kontakt wieder hergestellt ist, bricht das Fahrzeug unweigerlich aus. Stattdessen sollte man Gas wegnehmen, die Kupplung treten und höchstens leicht gegenlenken. Das Fahrzeug wird von allein langsamer und dann auch wieder lenkbar. Leider helfen auch die modernen Techniken wie ABS und ESP in diesem Fall nicht.

Fazit

Einmal in der Situation, kann fast nichts mehr getan werden. Daher ist es ganz besonders wichtig, es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, also immer mit genügend Profil und angepasster Geschwindigkeit unterwegs zu sein. Übrigens ist auch die Rechtsprechung eindeutig: Klagen gegen Kommunen z.B. wegen verstopfter Abflüsse werden stets abgewiesen, der Fahrer trägt die alleinige Schuld.

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