Der Kraftstoffpreis unterliegt zahlreichen Schwankungen, wobei eine klare Tendenz zu erkennen ist: Es scheint steil nach oben zu gehen. Experten prognostizieren für die kommenden Jahre einen weiteren Anstieg der Preise, was wohl vielen Pendlern aufs Gemüt schlagen wird. Doch wie setzt sich der Kraftstoffpreis eigentlich zusammen und wer verdient wirklich an diesem? Der nachfolgende Text geht eben diesen Fragen auf den Grund.

Die Berechnung des Kraftstoffpreises

Vorrangig muss an dieser Stelle erwähnt werden, dass der tatsächliche Spritpreis vom eigentlichen Rohölpreis in Rotterdam absolut entkoppelt ist. Letzterer ist das Ergebnis von Hoffnungen und Befürchtungen, die an den Börsen gehegt werden. Demnach basiert selbiger zu weiten Teilen auf Spekulationen. Bis der Preis dann an der Tankstelle ankommt wird selbstverständlich auch die österreichische Steuer hinzugerechnet. Trotz oftmals anderer Vermutungen wird der Preis an den Tankstellen häufig von Angebot und nachfrage bestimmt.

Die Nutznießer

Zapfsäule

Für viele Autofahrer ein teures Vergnügen: Der Gang zur Zapfsäule (Foto: Rainer Sturm / pixelio.de)

Die eigentlichen Gewinner dieser Preis-Politik sind die Unternehmen, die das Öl aus dem Boden fördern und am Weltmarkt zum Kauf anbieten. Im Jahr 2011 lag der Preis für ein Fass Rohöl bei 111 US-Dollar. Analysten sind der Meinung, dass sich der Verkauf bereits ab einem Fass-Preis von gerade einmal 30 US-Dollar rentiert. Demnach erwirtschaften die Verantwortlichen jedes Jahr beachtliche Gewinne. Im Allgemeinen kann gesagt werden, dass die Raffinerien selbst weniger Umsatz an dieser Politik machen können, da sie sich kontinuierlich in der Pflicht sehen, technisch aufzurüsten, um immer effizientere Methoden für die Rohölverarbeitung nutzen zu können. Der Aufwand, das Rohöl in den gewünschten Kraftstoff weiterzuverarbeiten, ist nach eigenen Aussagen enorm und mit hohen finanziellen Belastungen versehen. Demnach gibt es nur Wenige, die tatsächlich Kapital aus dem Handel mit dem Öl schlagen können.

Das Ende der Kette – Die Tankstellen

Mittlerweile wird es wohl den meisten Personen bereits bewusst sein, dass die Tankstellen selbst nicht wirklich viel Umsatz am Kraftstoff selbst machen können. So gibt man offen zu, dass der Verkauf von Sprit lediglich einen kleinen Teil des jährlichen Verdiensts ausmacht. Allein von diesen Einnahmen könnte jedoch keine Tankstelle ihre Konkurrenzfähigkeit oder gar die Existenz auf dem Markt sichern. Vielmehr sind es zusätzliche Dienste, die angeboten werden, oder auch die immer häufiger anzutreffenden Restaurants an Tankstellen. Aber auch das Angebot an Getränken, Speisen oder auch Zeitschriften und Tabak sind die Faktoren, mit denen Tankstellen den überwiegenden Teil ihres Umsatzes bestreiten. Der angebotene Kraftstoff wird demnach eher als Lockmittel für Autofahrer genutzt, um sie dann zum Kauf deutlich teurerer Produkte zu verführen, die in den Shops selbst angeboten werden.

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